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Sonntag, 13. Dezember 2015

Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung


Star Wars: Episode IV – A New Hope
(Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung)
Lauflänge: 121 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1977
Regie: George Lucas
Drehbuch: George Lucas


"Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis ..."


Quelle: Kauf-DVD; © Lucasfilm Ltd.
Star Wars gehört seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Filmreihen der Geschichte. Ein riesiges Merchandise-Imperium bestehend aus bisher 6 Filmen, 2 Animations-Serien, unzähligen Romanen, Videospiele, Comics, Actionfiguren, Sammelkarten und Kostümen. Es gibt sogar Star Wars Senf und Star Wars Kinderpunsch.

In vielen Filmen wird auf Star Wars angespielt, auch in Werbespots. Die Namen, Designs und Melodien der Saga sind in der Pop-Kultur fest integriert. In wenigen Tagen wird der langerwartete 7. Kinofilm "Star Wars - Das Erwachen der Macht" von J.(ar) J.(ar) Abrams veröffentlicht. Aber wie fing alles an? Wie entstand der große Erfolg, der weit über 30 Jahre andauert? Wir erzählen es euch:

Die Entstehungsgeschichte
Der junge Filmemacher George Lucas, der ebenso wie Francis Ford Coppola (Der Pate) ein unabhängiges Studiosystem anstrebte, konnte am Anfang seiner Karriere zwei kleinere Filme drehen. Zum einen "THX", der auf seinem gleichnamigen Kurzfilm basierte und zum anderen "American Graffiti", eine lockere Komödie, die auf seinen eigenen Erfahrung in seiner Studienzeit beruht. Für sein nächstes Projekt entwickelte er eine besondere Film-Idee: Ein im Weltall angesiedeltes Abenteuer im Stil der klassischen 1930er Serien wie "Flash Gordon" oder "Buck Rogers".

Er schrieb ein kurzes Statement und es formte sich seine Geschichte über Luke Starkiller. Der Name sollte sich später noch ändern. Die gesamte Handlung war aber zu umfangreich für einen einzigen Film, so entschied er sich vorerst nur den ersten Teil zu verfilmen und bei einem Erfolg, die zwei weiteren Teile zu produzieren. Er konnte Twentieth Century Fox von seiner Idee überzeugen, da er für das Projekt keine Chance sah es unabhängig zu produzieren.

"Die Macht ist es, die dem Jedi seine Stärke gibt. Es ist ein Energiefeld, dass alle Lebewesen erzeugen. Es umgibt uns, es durchdringt uns, es hält die Galaxis zusammen."

Die Darsteller
Quelle: Kauf-DVD; © Lucasfilm Ltd.
George Lucas entschied sich für wenige Stars in seinem Film. Alec Guinness (Die Brücke am Kwai) als Charakterdarsteller sollte den alten und weisen Magier Obi-Wan Kenobi spielen. Peter Cushing konnte als Großmoff Tarkin gewonnen werden, der durch die Hammer-Filme wie Dracula bekannt war. Ansonsten sollten nur unbekannte Schauspieler engagiert werden. Mark Hamill und Carrie Fisher konnte sich in den Vorsprechen durchsetzten. Harrison Ford, der schon bei American Graffiti dabei war, konnte ebenso Lucas überzeugen, obwohl er nur als Vorsprech-Partner bei den Tests dabei war. 

David Prowse wurde für die Rolle des Darth Vader ausgewählt, da er die richtige Statur hatte. Nur seine unpassende Stimme mit dem Akzent musste im Nachhinein durch die Stimme des legendären James Earl Jones ersetzt werden. Weitere Darsteller wie Anthony Daniels und Kenny Baker wurden ebenso auf Grund ihrer Größe und Statur engagiert, die die Androiden C3PO und R2D2 mimten.

Die Drehorte
Für einen großen Teil des Films war es Notwendig in Tunesien zu drehen. Der Sand und die heißen Temperaturen waren für alle Beteiligten eine große Last und erschwerte die Produktion.

Der Rest konnte unter einfacheren Bedingungen in den Elstree-Studios in England gedreht werden.

Die Spezialeffekte
Für viele Szenen des Films waren aufwändige Spezialeffekte nötig. Damals konnte man nicht auf Computer zurückgreifen, so mussten die Effekte alle mit der Hand erzeugt werden. George Lucas gründete aus diesem Grund seine Special-Effect-Firma "Industrial Light and Magic". Die Künstler bauten alle Raumschiffe nach dem Design von Ralph McQuarrie und hatten zum Teil Schwierigkeiten die Effekte glaubwürdig auf Film festzuhalten.


Quelle: Kauf-DVD; © Lucasfilm Ltd.
George Lucas zeigte den Effektkünstlern Ausschnitte aus dem Kriegsfilm "Mai 1943 – Die Zerstörung der Talsperren", damit sie sich die Raumschiffschlachten besser vorstellen konnten. Die Idee wurde seit dem regelmäßig in Filmproduktionen angewendet.

Nur heutzutage werden extra kleine Filme erstellt, so genannte "Animatronics", die den Künstlern helfen, die Szenen richtig zu kreieren. Unter Lucas Leitung konnten die schwierigen Effekte glaubwürdig geschaffen werden.

Lucas konnte auf Grund des schmalen Budgets und des immer näher rückenden Starttermins nicht alle seiner Visionen in dem Film unterbringen.

Der Sound
Ben Burtt hatte die Aufgabe einen Sound zu kreieren, der nicht von dieser Erde stammt. Und genau das schaffte er! Besonders schwierig waren die Geräusche und Stimmen von R2D2 und Chewbacca. Für R2D2 nutze er einen Synthesizer und seine Stimme. Chewbacca wurde aus verschiedenen Tieren zusammen gesetzt. Auch die Geräusche der Raumschiffe klingen einzigartig und geben dem Film etwas Besonderes.

"Das Laserschwert deines Vaters, die Waffe eines Jedi-Ritters. Nicht so plump und so ungenau wie Feuerwaffen. Eine elegante Waffe, aus zivilisierteren Tagen."

Die Musik
John Williams, der sich zuvor mit "Jaws (Der weiße Hai)" einen Namen machte, konnte für "Star Wars" gewonnen werden. Im Gegensatz der zu der Zeit üblichen Soundtracks aus Jazz- und Disco-Songs, wurde hier auf eine klassische Orchestrierung zurückgegriffen, was damals ein kleines Risiko war. Aber es zahlte sich aus.

Die verschiedenen Musikstücke sind absolut eingängig und sind wunderschön anzuhören, sei es das Main Theme oder auch Luke´s Theme. Darth Vader wird mit tiefen Bläsern angekündigt, was in der Fortsetzung gegen den berühmten Imperial-March ersetzt wurde.

Die Musik gehört mittlerweile zu den bekanntesten Filmmusiken überhaupt und hebt den Film auf eine höhere Stufe.

Handlung
Prinzessin Leia, die die Rebellen anführt, will die gestohlenen Pläne der geheimen Waffe des Imperiums in Sicherheit bringen, als ihr Raumschiff vom dunklen Lord Darth Vader aufgehalten und geentert wird. Leia kann die Pläne im Androiden R2D2 verstecken und ihn mit seinem Gefährten C3PO aus dem Schiff schleusen. Sie landen auf dem abgelegenen Planeten Tattoine. Der Zuschauer verfolgt die Reise der zwei gestrandeten Androiden auf dem Planeten bis diese auf Luke Skywalker (Mark Hamill) treffen. Luke und die Roboter treffen den alten Ben Kenobi. Ben erklärt Luke einige Dinge aus der Vergangenheit. 


Quelle: Kauf-DVD; © Lucasfilm Ltd.
Mit Hilfe von Han Solo und Chewie und deren Raumschiff dem Millenium Falcon, macht sich Luke und Obi-Wan (Alec Guinness) auf die Reise, um die Prinzessin zu retten. Am Ziel angekommen, werden sie von Trümmern des eigentlichen Planeten Alderaan überrascht. Sie entdecken den Todesstern und werden ungewollt von ihm angezogen.

Als sie darin landen und vor der Gefangennahme stehen, verstecken sie sich rechtzeitig im Falcon. Sie können heimlich entkommen und suchen nun nach Prinzessin Leia (Carrie Fisher). Ihnen gelingt ihre Rettung und müssen nun vom Todesstern fliehen und sich in Sicherheit bringen. Im Finale gilt es mit einer kleinen Flotte der Rebellen mit X-Wings den Todesstern zu zerstören. Es liegt nun an Luke, die Galaxie vor dem dunklen Imperium zu retten...

Kritik
Star Wars spielt zwar im Weltraum, ist aber kein richtiger Science-Fiction-Film. Er kümmert sich nicht um die Frage nach Fortschritt oder Forschung. Hier geht es um eine klassische Heldenreise mit einer eigenen Mythologie. Es ist somit viel mehr eine Fantasy-Saga.

Der Held Luke Skywalker begibt sich auf die Reise gemeinsam mit den alten "Magier" und zwei lustigen Kumpanen mit Hilfe von einem Banditen die Prinzessin aus den Klauen des Oberbösewichtes zu retten. Soweit die klassische Heldengeschichte.

Der Film beginnt mit einem Knall und verläuft dann vorerst ruhig. Die Umsetzung dieser recht simplen Geschichte wird glaubwürdig in Szene gesetzt und die emotionale Bindung an die liebenswürdigen Charaktere macht den Film spannend. Man fiebert jederzeit mit und es macht Spaß den Charakteren bei ihren Abenteuern zu folgen.

Der Film lässt sich am Anfang für seine Charaktere viel Zeit, aber wenn die Gruppe Tattoine verlässt, gewinnt der Film mächtig an Spannung. Beeindruckend sind die verschiedenen Designs der Charaktere, der Sets und Raumschiffe. Die Effekte sind gelungen und lassen einen mit Staunen zurück. Ein schöner Film, der nur noch von seiner direkten Fortsetzung übertroffen wird.

Erfolg
Star Wars wurde ein riesen Erfolg und spielte Unmengen an Geld ein. Er wurde zum erfolgreichsten Film seiner Zeit und so zum ersten sogenannten Blockbuster, bei dem Warteschlangen um Häuserblocks entstanden. Auf Grund dieses unglaublichen Erfolgs wurden viele Science-Fiction-Filme produziert um davon zu profitieren. Darunter zählen "ALIEN" und "Star Trek - Der Film". Als Folge des großen Sci-Fi-Booms wurde auch der James Bond Film "Moonraker" ins Weltall verlegt.


Quelle: Kauf-DVD; © Lucasfilm Ltd.
Der Erfolg kam überraschend, da selbst einige der Darsteller nicht daran glaubten und dachten sie würden nur einen Kinderfilm machen. George Lucas Vision zahlte sich aus. Er konnte endlich seinen Traum erfüllen und seine Geschichte weitererzählen.

Lucas produzierte das Sequel "The Empire strikes back", welches nicht die Geschichte des Vorgängers kopierte, sondern seine Charaktere in ausweglose Situationen bringt und die Handlung emotional weiter ausbaut. Besonders eine berüchtigte Wendung im Drehbuch, die nur wenige Personen wussten, überraschte das Publikum. Die Trilogie wurde mit "The Return of the Jedi" befriedigend abgeschlossen.

Im Jahr 1999 veröffentlichte Lucas den Beginn seiner Prequel-Trilogie mit "The Phentom Menace", gefolgt von "Attack of the Clones" und "The Revenge of the Sith".

Im Dezember 2015 wird "The Force Awakens" herausgebracht, nachdem Lucas sein Franchise an Disney verkaufte.

Fazit
Star Wars zählt zu Recht zu den erfolgreichsten Fantasy-Filmreihen der Geschichte. Ein engagiertes Projekt eines jungen Filmemachers wurde zu einem riesigen Erfolg. Ein Film, den man gesehen haben muss.

"Die Macht ist stark in diesem da!"


Bewertung






Autor: Marcel Hisge


Samstag, 31. Oktober 2015

Halloween - Die Nacht des Grauens


Halloween (Halloween - Die Nacht des Grauens)
Lauflänge: 91 Minuten
Freigabe: FSK 16
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1978
Regie: John Carpenter
Drehbuch: John Carpenter, Debra Hill


"War das der schwarze Mann?" - "Wenn Sie mich fragen, war er es."


Quelle: Kauf DVD; © Marketing Film
Als Filmproduzent Irwin Yablans sich einen Film über einen kranken Killer, der Babysitter tötet vorstellte, ahnte er nicht, dass er den Weg für eine der berühmtesten Horror-Film-Reihen und für einen Klassiker des Slasher-Films ebnete.

Yablans und der Produzent Moustapha Akkad boten dem jungen Regisseur John Carpenter an, die Idee als Horror-Schocker zu verfilmen, nachdem sie seinen Film "Assault on Precinct 13" gesehen hatten.




Handlung
Der sechsjährige Michael Myers ersticht an Halloween seiner ältere Schwester in dem Vorort Haddonfield. Er wird darauf in das Smith’s Grove Warren County Sanatorium eingeliefert und unter Aufsicht des Psychiaters Dr. Sam Loomis gestellt.

Als Myers im Alter von 21 Jahren aus dem Sanatorium ausbricht, macht sich Loomis auf dem Weg nach Haddonfield, da er ahnt, dass Michael weitere Morde dort begehen wird. Zusammen mit dem Sheriff der Stadt begibt er sich auf die Suche nach ihm. Währenddessen bereitet die Babysitterin Laurie Strode alles für die Halloween-Party mit den Kindern vor, als Michael Laurie´s Freundinnen auflauert... 


 "Ich hab 8 Jahre lang versucht mit ihm Kontakt zu bekommen, dann nochmal 7 Jahre um zu verhindern, dass er jemals wieder auf freien Fuß gesetzt wird. Ich wusste zu gut, was sich hinter diesen Augen verbirgt, das absolut Böse."

Entstehung
John Carpenter schrieb zusammen mit seiner damaligen Freundin Debra Hill das Drehbuch für den Film. Sie bekamen zur Produktion ein kleines Budget von 325.000 USD und drehten den Film innerhalb von 3 Wochen in South Pasadena in Kalifornien. Carpenter komponierte
Quelle: Kauf DVD; © Marketing Film
die bekannte Melodie und den Soundtrack
für den Film.

Eher unbekannte Darsteller wurden engagiert. Der Schauspieler Donald Pleasence war bereits bekannt z.B. durch seine Rolle in "The Great Escape" und als Blofeld in "You Only Live Twice" und erhielt somit auch die höchste Gage. Sein Rollen-Name "Dr. Sam Loomis" bezieht sich auf ein Charakter aus Alfred Hitchock´s "Psycho".

Jamie Lee Curtis war damals noch unbekannt und wurde nur ausgewählt, da ihre Mutter durch die Rolle der Marion Crane aus "Psycho" bekannt war.

In ihrer Rolle als Laurie Strode überzeugte Jamie Lee Curtis das Publikum und wurde als Scream-Queen gefeiert. Der Erfolg des Films verhalf ihr zu weiteren Rollen in Horror-Filmen wie John Carpenter´s "The Fog", "Terror Train" und "Prom Night".

John Carpenter konnte mit dem Film einen großen Erfolg verbuchen und bekam weitere Gelegenheiten sein Können zu zeigen, z.B. in Filmen wie "The Fog", "The Thing" oder "Escape from New York".


"Seien Sie sich nur im klaren darüber, dass es wirklich nicht ganz einfach sein wird.
Unterschätzen Sie ES bloß nicht." 
"Sollten wir statt von ES nicht lieber von IHM sprechen?"
"Das können wir auch."
"Ihr Mitgefühl ist überwältigend Doktor."


Kritik (kleine Spoiler enthalten)
"Halloween" beginnt mit einer viereinhalb-minütigen Einstellung, in der der Zuschauer aus den Augen von Michael den Mord seiner Schwester mit verfolgt. Diese perfekt ausgeklügelte Plansequenz wurde geschickt arrangiert und bietet einen wirkungsvollen Einstieg in den Film.

Der Zuschauer sieht hier alles, was Michael auch sieht. Es wirkt real, gerade wenn Michael seine Maske aufsetzt und man diese am Rand noch erkennt.


Quelle: Kauf DVD; © Marketing Film
Der Ausbruch Michael´s aus dem Sanatorium wurde in düsterer Stimmung umgesetzt. In regnerischen Nachtszenen in dem Dr. Loomis zur Anstalt fährt, wird einem langsam klar, dass etwas nicht stimmt: Michael ist entkommen und macht sich auf dem Weg nach Haddonfield.

Es dauert fast eine Stunde bis man seinen nächsten Mord sieht. In der Zeit werden die Charaktere um Laurie Strode in dem kleinen herbstlichen Haddonfield eingeführt. Auch taucht immer wieder Michael auf und verfolgt Laurie.

Diese Szenen wirken gruselig und bereiten den Zuschauer auf einen spannenden dritten Akt vor, denn es folgt eine dramatische Nacht, in der die Jugendlichen um ihr Leben fürchten müssen.

Carpenter zeigt die Morde an den Jugendlichen, verzichtet aber weitgehend auf Blut. Das überraschende Erscheinen von Michael und die Erbarmungslosigkeit von ihm machen die Morde so spannend. Es geht mehr um den Schockmoment an sich, als um blutige Kills.

Michael Myers trägt einen schwarzen Einteiler und eine fast weiße Maske, hinter die er sich versteckt. Man hört als Zuschauer oft sein Keuchen und Atmen hinter seiner Maske, was seine furchterregende Anwesenheit noch betont. Michael ist psychisch krank und tötet ohne Gewissen und ohne Erbarmen. Das Böse ist in ihm und lässt ihn furchtbare Dinge tun.

Nachwirkung
John Carpenter erschuf mit "Halloween" die "Blaupause" für alle nachfolgenden Slasher-Filme. Alle weiteren Filme dieses Genre liesen sich von "Halloween" inspirieren, sei es "Freitag, der 13.", "Blutiger Valentinstag" oder "Scream". Von nun an trug der Killer meist eine Maske und tötete mit Stichwaffen alle "schuldigen" und unmoralischen Jugendlichen, die z.B. Alkohol oder Drogen konsumierten oder Sex hatten.

Die "unschuldigen" Mädchen wie Laurie, die kein Sex hatten und kein Alkohol tranken, waren dem Killer unbewusst überlegen und überlebten den Film. Obligatorisch nannte man diese Frauen "Final Girl". Carpenter schrieb diese Sitte, der "schuldigen" Opfer, eher unabsichtlich, zumindest nahmen sich die folgenden Slasher diese Regel zum Vorbild.

Fazit
Quelle: Kauf DVD; © Marketing Film
Heutzutage geht dieses Meisterwerk unter all den zeitgemäß Horror-Filmen vielleicht ein wenig unter und kann auf Grund der heutigen Sehgewohnheiten zahm wirken und belächelt werden. Man sollte aber nicht die beunruhigende und immer beklemmende Atmosphäre, die vom düsteren Musikthema und der beunruhigenden Anwesenheit
von Michael Myers unterstützt wird, unterschätzen.

Auch eine solch geschickte Inszenierung wie hier von John Carpenter findet man heute in den seltensten Fällen, besonders wenn man sich an die Anfangssequenz erinnert.

"Halloween" besitzt einen besonderen Platz in der Filmgeschichte, da er nach Filmen wie "Psycho", "Peeping Tom" und "Blutige Seide" dem Slasher-Film eine Form gab, die den Horror-Film nachhaltig beeinflusste.

Fernsehversion
Damit der Film in den Zeitplan der Fernsehsender passte, wurden 12 Minuten an neuen Szenen nachgedreht. Darunter sind Szenen aus Michaels Jugend in der Anstalt und eine Szene mit Laurie und ihren Freundinnen. Diese Version bremst den Film etwas aus, bietet aber für Fans weitere interessante Einblicke in die Charaktere.

Fortsetzungen und Remake
Dem Film folgten 7 Fortsetzungen, wobei der 3. Teil nichts mit der Geschichte um Michael Myers zu tun hat. Halloween 2 setzt direkt an Teil 1 an und setzt die Geschichte in der gleichen Nacht fort. Halloween H20 ignoriert die Teile 4 und 5 und setzt 20 Jahre nach Teil 2 an. Teil 7 setzt auf unglaubwürdige Weise die Reihe fort und man sollte sich diesen Teil lieber sparen.

Rob Zombie drehte im Jahr 2007 einer neue Version des ersten Teils. Dieser überzeugt durch seine dreckige Atmosphäre und durch die ausführliche Auseinandersetzung mit dem Charakter Michael Myers, besonders in seiner Jugendzeit in der Anstalt.


"Er ist heimgekommen."


Bewertung





Autor: Marcel Hisge

Montag, 26. Oktober 2015

Der Exorzist


The Exorcist (Der Exorzist)
Lauflänge: 127 Minuten
Freigabe: FSK 16
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1973
Regie: William Friedkin
Drehbuch und Novel: William Peter Blatty

  
"Welch ein ausgezeichneter Tag für einen Exorzismus."

Quelle: Kauf DVD; Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Der Exorzistwar Anfang der 1970 Jahre ein sehr großer Erfolg. Die damals und teilweise heute noch grausamen und furchterregenden Szenen wurden einem breiten Publikum bekannt.

Der Horrorfilm bestand von nun an nicht mehr nur aus dezenten Gruselszenen, hier wurde mit Hilfe von glaubwürdigen Effekten ein Film geschaffen, der den Horror auf schonungslose Weise zeigt, aber immer einen gewissen Realismus einbringt.





Handlung (enthält kleine Spoiler)
Der Pater Damian Karras (Jason Miller) wohnt in Georgetown (Washington D.C.) und fängt langsam an, an Gott zu zweifeln. Seine Mutter wurde in eine Anstalt eingeliefert und stirbt kurz darauf, er macht sich selbst Vorwürfe.

Die geschiedene Schauspielerin Chris MacNeil (Ellen Burstyn) lebt mit ihrer zwölfjährigen Tochter Regan (Linda Blair) in Washington. Angestellte kümmern sich um das Haus und die Arbeit darin. Regan redet über einen "Captain Howdy" und ihre Mutter hört Geräusche auf dem Dachboden...

Langsam fängt Regan an sich zu verändern, sie redet obszöne Dinge. Ihr ganzes Verhalten ist nicht nur ungewöhnlich, sie verängstigt damit ihre eigene Mutter. Sie scheint ihr Verhalten selbst nicht zu kontrollieren.

Es passieren weitere gruselige Dinge: Regans Bett wackelt, Schränke bewegen sich und der Regisseur von Chris´ Film stirbt auf mysteriöse Weise.

Der Verdacht, dass in ihr ein Dämon steckt und ihr Handeln beeinflusst, verdichtet sich immer mehr.

Quelle: Kauf DVD; Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Als medizinische Untersuchungen ausweglos erscheinen wird Chris einen Exorzismus empfohlen, die wahrscheinlich letzte Möglichkeit Regan von dem Damön in ihr zu befreien.

Also trifft sich Chris mit Pater Karras. Er untersucht darauf hin Regan und bittet die Kirche um Erlaubnis einen Exorzismus durchzuführen. Ihm wird der erfahrene Pater Merrin (Max von Sydow) zur Seite gestellt, um den Exorzismus professionell durchzuführen.


Kritik
Der Exorzistzählt zu den bedeutendsten Horrorfilmen und lässt einen heute noch das Mark in den Knochen gefrieren, wenn man sich darauf einlässt.

Der Film lässt sich sehr viel Zeit für seine Charaktere, man erfährt viel über Chris und Regan, ebenso über den Pater Karras. Der komplette Beginn des Films ist Pater Merrin gewidmet. So erfährt man, dass er bei Ausgrabungen im Norden Iraks bereits den Dämon entdeckte.

Die Veränderung von Regan wird langsam aufgebaut und wirkt somit realistisch. Die Inszenierung ist im Grunde sehr ruhig gehalten.

Die effektvollen Szenen mit dem Dämon in Regan erscheinen so äußerst wirkungsvoll. Gerade diese Szenen sind meist sehr drastisch dargestellt. Der Dämon bedient sich einer sehr vulgären Ausdrucksweise und spart nicht an unsittlichen Wörtern.

Quelle: Kauf DVD; Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
In dem Film werden, bis auf wenige Ausnahmen, keine Morde oder dergleichen gezeigt. Das Augenmerk liegt bei den unheimlichen Szenen mit Regan und der Austreibung des Dämons.

Der Exorzistbleibt bei aller Ruhe durchgehend interessant, die Spannung steigt bis zum großen Finale. Der Exorzismus ist sehr atmosphärisch inszeniert. Unbeschreiblich gute Effekte werden aufgefahren. Die zwei Exorzisten versuchen mit allen Mitteln das kleine Mädchen zu retten.

Das Ende wird zwar positiv aufgelöst, überrascht dennoch durch Wendungen, die einen beißenden Nachgeschmack hinterlassen.




"Wollen Sie etwas Brandy in den Tee Pater?" "Mein Arzt sagt, ich soll es lassen, aber Gott sei Dank ist mein Wille schwach."


Der Dämon
Linda Blair spielt sehr überzeugend den Dämon Pazuzu. Der Zuschauer wird nahezu von ihrer beängstigten Darstellung überfahren.

Die unglaublich beängstigen Szenen werden von der damals 12-jährigen überzeugend dargestellt. Kult erlangten die Szenen wo sie Erbrochenes spuckt, ihren Kopf verdreht oder der "Spiderwalk".

Quelle: Kauf DVD; Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
In den heftigsten Teilen des Films wurde sie durch die 29-jährige Eileen Dietz ersetzt. Die Dämonen-Stimme wurde von Mercedes McCambridge beigesteuert.

Die Einstellung wo Regan ihren Kopf um 360° dreht wurde eine Puppe eingesetzt, die sehr detailliert nach Lindas Aussehen nachempfunden wurde.


Verschiedene Fassungen
Der Film wurde vor dem Kinostart noch umgeschnitten. Auf Nachragen des Produzenten schnitt Friedkin einige Szenen heraus.

Im Jahr 2000 wurde auf Bitten des Autors Blatty ein Director´s Cut erstellt, der die entfallenen Szenen wieder enthält. Ebenso wurden einige sehr kurze Dämonengesichter in manche Szenen einfügt, die für den Bruchteil einer Sekunde zu sehen sind. Dieser Effekt ergänzt passend die bereits vorhandene gruselige Atmosphäre und deutet so den Dämon an. Der Director´s Cut ist die zu bevorzugende Fassung.


Fazit
Jeder Horrorfan sollte diesen perfekt inszenierten Film mal gesehen haben. Die unglaublich gut gelösten Effekte, die damals noch mechanisch erzeugt werden mussten, überzeugen und unterstützen die düstere Grundstimmung, die dadurch ihre volle Kraft entfalten kann.

"Die Kraft Jesu Christi bezwingt dich! Die Kraft Jesu Christi bezwingt dich!"


Bewertung






Autor: Marcel Hisge

Sonntag, 20. September 2015

Taxi Driver



Taxi Driver
Lauflänge: 115 Minuten
Freigabe: FSK 16
Produktionsjahr: 1976
Produktionsland: USA
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Paul Schrader


"Mein ganzes Leben war ich einsam. Überall. In Kneipen, im Auto, auf der Straße, in Geschäften, überall. Es gibt kein Entrinnen vor der Einsamkeit. Ich bin Gottes einsamster Mann!"

Quelle: Kauf DVD;
Copyright: 1976 Columbia Pictures
Handlung
Dunkle Straßen, Nebel kommt aus der Kanalisation, ein Taxi fährt durch den Nebel, jazzige Saxophon-Musik ertönt. Travis Bickle, ein ehemaliger Marine-Soldat ist einsam, kann nachts nicht schlafen.

Er nimmt zur Ablenkung einen Job als Taxi-Fahrer an. Täglich fährt er durch die Straßen von New York. Nachts durch die Straßen zu fahren ist für Travis kein Problem, aber er sieht dadurch all die Menschen.

Menschen, die nachts auf der Straße sind, Gangster, Nutten, Dealer, Stricher, Junkies, Obdachlose und Gangs.

Lange kann er diese Umgebung nicht mehr ertragen, er will die Straßen von diesem "Abschaum" säubern. Travis ist einsam. Er trinkt und schluckt Pillen...


Ein Versuch eine Frau kennen zu lernen, ging schief. Er führte sie in ein Porno-Kino, sie verlässt das Kino, kann die Filme nicht ertragen. Für Travis ist das unverständlich. Ihm fehlt das grundsätzliche Wissen eines normalen Bürgers. Er lebt in seiner Welt, ist abgeschottet, kennt keine bekannten Songs, geht in Pornokinos, denkt dies sei normal.


Quelle: Kauf DVD; 
Copyright: 1976 Columbia Pictures
Den letzten Ausweg, die Liebe einer Frau, konnte er nicht erreichen. Er lernt eine minderjährige Prostituierte kennen.

Sein Ziel ist es sie aus der Szene zu befreien. Das ist ab sofort seine Berufung. Er trainiert, kauft Waffen, übt vor dem Spiegel, bereitet sich vor für gefährliche Situationen, in die er gerne geraten möchte.

Travis will für Etwas leben, ein Ziel vor Augen haben. Ihm ist dabei egal, ob er dafür Menschen töten muss. Er muss seine "Mission" erfüllen. Seinen Eltern schreibt er, um sein Leben größer darzustellen, dass er für die Regierung arbeitet und sie nicht besuchen kann.

"Eines Tages wird ein schwerer Regen kommen und den ganzen Dreck von den Straßen spülen. Die Spinner, die Freaks, die Gangster, die einem einfachen ehrlichen Mann das Leben zur Hölle machen. Aber mich kriegt ihr nicht klein. Mich nicht."


Kritik
Taxi Driver wurde stilvoll von Martin Scorsese inszeniert. Die Kamera bietet viele Aufnahmen aus dem dunklen Gassen New York´s. Tagsüber zeigt der Film z. B. die Versuche Travis´ eine Frau auszuführen.

Stilvoll werden Kamerafahrten gezeigt. Ebenso wird in manchen Szenen die subjektive Kamera eingesetzt. Jederzeit erlebt man die Einsamkeit und das Alleinsein der Hauptfigur. Der Film zeigt ausschließlich Travis Sichtweise. Dazu trägt auch die erzählende Stimme von Travis bei. Seine Gedankengänge offenbaren sein inneren Konflikt.

Quelle: Kauf DVD; 
Copyright: 1976 Columbia Pictures
Bernard Herrmann bietet hier seine letzte Vorstellung als Komponist. Jazzig und von dem Saxophon dominierend erklingt anfangs die Musik. Im weiteren Verlauf wird die Musik düsterer, schwere tiefe Bläser ertönen in wichtigen Szenen. 

Das Finale zeigt eine wundervolle Kamerafahrt aus der Vogelperspektive. Mit dramatischer Musik wird dieser Moment eindrucksvoll in Gehirn gebrannt.

Wie in Zeitlupe zeigt die Szene Travis, wie er versuchte sich selbst zu töten, die Munition war aber leer. Mit der bloßen, blutverschmierten Hand deutet er eine Pistole an, die er gegen seine Schläfe hält, sein Zeigefinger "drückt ab".

Die Kamera fliegt langsam über das Geschehen hinweg, über die eintreffenden Polizisten, über die Opfer und die Waffen. Draußen angekommen sieht man weitere Polizeieinheiten und Schaulustige. Kino-Kunst in Reinform.

Wissenswertes

Übrigens spielte Martin Scorsese selbst den Mann, der im Taxi von seiner Frau erzählt, die er umbringen will.

Fazit
Martin Scorsese erschuf einen zeitloses Meisterwerk über einen Mann der Etwas erinnerungswürdiges schaffen wollte. Einen Film über das Alleinsein und was sie aus einem macht. 

Taxi Driver sollte jeder Filmliebhaber mal gesehen haben. Scorsese schuf früh in seiner Karriere ein Film für die Ewigkeit.

Quelle: Kauf DVD; 
Copyright: 1976 Columbia Picture
"Hey du... Ich? Ja! Du bist zu langsam, du widerliche ekelhafte Ratte... Ich hab lange auf dich gewartet, du Scheißkerl. Was sagst du? Du willst mich erledigen? Aber nicht mit dem Maul... Du musst was tun, du musst ziehen. Du wolltest mich ficken! Redest du mit mir? Du laberst mich an? Du laberst mich an? Kann das sein, dass du mich meinst? Du redest mit mir? Ich bin der einzige der hier ist! Mit wem kannst du Arsch in diesem Ton reden? Ach ja? Okay... Ha!"


Bewertung






Autor: Marcel Hisge


Samstag, 5. September 2015

Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt


Alien (Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt
Lauflänge: 117 Minuten
Freigabe: FSK 16
Produktionsjahr: 1979
Produktionsland: USA, England
Director: Ridley Scott
Writer: Dan O’Bannon, Ronald Shusett


"Ich bewundere die konzeptionelle Reinheit.Geschaffen, um zu überleben.Kein Gewissen beeinflusst es.Es kennt keine Schuld, oder Wahnvorstellungen ethischer Art."


Der Spacejockey
Quelle: Kauf Blu-Ray;
Copyright: 1979 Twentieth Century Fox Film Corporation
Entstehung:

Das Script
Dan O'Bannon entwickelte ein Drehbuch, über ein außerirdisches Wesen, dass eine Raumschiffbesatzung dezimiert. Zuvor schrieb er das Script zu Dark Star, einen Film von John Carpenter.

Dark Star war eine Parodie auf 2001 von Stanley Kubrick. O'Bannon's Idee war es, eine Geschichte zu entwickeln, ähnlich wie Dark Star, die ohne den großen Comedy-Gehalt auskommt. So schrieb er das Script zusammen mit Ronald Shusett.

20th Century Fox kaufte das Drehbuch, wollte den Film zuerst aber kostengünstig mit dem Star Paul Newman als Ripley (damals noch männlich) drehen. Newman lehnte ab...


Die Produzenten David Giler und Walter Hill schrieben das Script ohne Wissen von O'Bannon um. Sie änderten Namen und die Charaktere, entwickelten den Androiden Ash und stellten die Besatzung als Trucker (im All) dar, also wie Truckfahrer, die ihre Fracht von einem Ort zum nächsten transportieren mussten. Kein futuristisches, sauber glänzendes Setting, sondern realistisches industrielles Design wurde bevorzugt.

Dann kam ihnen die Idee aus dem Hauptcharakter Ripley eine Frau zu machen. Dies war sehr ungewöhnlich, waren alle Filmhelden aus dem Action- und Horrorgenre zuvor ausschließlich männlich. Damals sollte es eine mutige, aber richtige Entscheidung sein.

Das fremde Raumschiff
Quelle: Kauf Blu-Ray;
Copyright: 1979 Twentieth Century Fox Film Corporation
Es kam Star Wars in die Kinos und wurde ein unerwartet großer Erfolg. Das Science-Fiction Genre boomte. Jeder wollte diesen Erfolg ausnutzen. So kam es, dass James Bond (in Moonraker) seine Gegner auch bis ins Weltall jagt. Ebenso wurde nun der erste Star Trek Kinofilm vorbereitet.

Wahl des Regisseurs
Jetzt kam auch ALIEN ins Rennen. Man wollte ebenso aus dem Sci-Fi Genre und dessen Boom profitieren. Fox brauchte keinen passenden Film suchen, sie besaßen ja schon das Script zu Alien. Also gab es grünes Licht für die Produktion. Das Budget wurde größer und ein geeigneter Regisseur wurde gesucht.

Die Wahl fiel auf Ridley Scott, da die Produzenten von seinem ersten Spielfilm "Die Duellisten" begeistert waren. Sein visueller Stil überzeugte die Produzenten. Ridley zeichnete selbst die Storyboards und gab den Raumschiffen und dem Design einen ersten Look.

Das Design
Die Produzenten und Ridley suchten nach einem passenden Design für das Alien. Sie wurden auf Hansruedi Giger aus der Schweiz aufmerksam. Seinen surrealistischen Stil, der Mechatronisches mit Organischem vereinte, beeindruckte vor allem Ridley.

Giger designte das Alien, ebenso das außerirdische Raumschiff und auch den Space Jockey. Die Sets wurden gebaut und beeindruckten durch ihre Größe und Detailgenauigkeit. Die Sets wurden zum Teil aus alten Flugzeugteilen gebaut. Giger selbst erschuf und bemalte den Space Jockey per Hand.

Die Besetzung
Die Verantwortlichen des Castings bevorzugten Darsteller mit viel Erfahrung, da Ridley sich auf das Visuelle konzentrieren wollte. Er übernahm auch oft selbst die Kamera. Die junge Theaterschauspielerin Sigourney Weaver kam zum Vorsprechen, sie galt als Newcomerin. Sie hatte bisher noch in keinem Film gespielt und hatte nur Theatererfahrung.

Im Raumschiffinneren
Quelle: Kauf Blu-Ray;
Copyright: 1979 Twentieth Century Fox Film Corporation
Sie begeisterte den Regisseur und alle Anwesenden beim ersten Vorsprechen. Ridley brachte viel Unsicherheit in Weavers Schauspiel, da er absichtlich kaum Worte mit den Darstellern wechselte und den Cast oft improvisieren lies, was Weaver nicht gewohnt war. Im Theater ist es üblich den exakten Text des Autors wiederzugeben.

Die Darsteller erwarteten einen gewöhnlichen Monsterfilm zu drehen. Ridley gab dem Film einen fantastischen visuellen Stil, machte aus dem einfachen Monsterfilm ein Meisterwerk.

Er zeigte den Darstellern vor den entsprechenden Szenen nicht das Alien. Sie ahnten nichts von dem surrealistischen Design Giger's. All das lies die Darsteller so überzeugend wie möglich spielen, man sieht ihnen die pure Angst und das Ausgesetztsein an.

Film-Musik
Passend dazu schuf Jerry Goldsmith eine Filmmusik, die die Angst und das Fremde musikalisch thematisiert. Die Musik ist mysteriös, spannend, furchteinflössend und wunderschön zugleich.

"Nur seine Feindseligkeit übertrifft noch seine perfekte Struktur."

Handlung
Der Film beginnt in den leeren Raumschiffkorridoren. Keine Personen zu sehen, alles ruhig. Der Bordcomputer empfängt eine Nachricht, die Besatzung wacht aus dem Kälteschlaf auf. Sie sind erst auf dem halben Weg zur Erde. Durch ein empfangenen fremdartigen Funkspruch sind sie gezwungen dem Vorfall nachzugehen.

Sie landen auf dem fremden Planeten, finden ein merkwürdiges Gebilde, was ein Raumschiff sein könnte. Der Suchtrupp geht rein und findet seltsame Eier. Einer des Trupps wird davon angefallen. Der Facehugger hat sich auf seinem Gesicht festgesaugt. Der Trupp kehrt zurück zum Raumschiff. Der Befallene liegt im Koma, bis der Facehugger irgendwann abfällt. Ihm geht es wieder gut bis aus seiner Brust ein kleines Monster ausbricht. Das Alien kann fliehen und es wird wachsen. Die restliche Besatzung ist dem Alien nun ausgeliefert... 


Kritik 
Der Film ist optisch sehr wuchtig und stimmig inszeniert, die Sets, die Nostromo, der fremde Planet, das fremde Raumschiff, der Spacejockey, der Facehugger und das Alien selbst. Alles ist mit unzähligen Details und einem einmaligen Design ausgestattet, man entdeckt immer wieder neue Dinge. 

Ripley, die Heldin im Finale
Quelle: Kauf Blu-Ray;
Copyright: 1979 Twentieth Century Fox Film Corporation
Das Alien bekommt man eine lange Zeit erst gar nicht zu sehen. Man wird es auch selten im Ganzen zu sehen bekommen. Diese zeitliche und auch körperliche Begrenztheit in den Szenen gibt dem Alien seine Unheimlichkeit. Man weiß lange nicht, wie es überhaupt aussieht. Man kann nur ahnen, wie furchteinflößend es wirklich ist.

Man lernt die Besatzung im Laufe des Films kennen. Erst gegen Ende erfährt man, dass ein Android an Board ist. Selbst die Besatzung wusste davon nichts. Als irgendwann der Captain stirbt, wächst Ripley über sich heraus. Sie ist anfangs noch eher passiv, nur ein Teil der Besatzung.


Am Ende ist sie die kämpfende Kriegerin, eine Actionheldin. Die erste Actionheldin, die man im Kino zu sehen bekam. Weaver überzeugt absolut als starke, aber trotzdem ängstliche Frau, die sich gegen das Biest stellt.

Das Finale bietet unglaubliche Spannung, man weiß nicht wo sich das Alien aufhält und wann es als nächstes zuschlägt. Der absolute Horror, ohne viel Blut oder Gore zu sehen.

Das Alien versteckt sich in der Ecke
Quelle: Kauf Blu-Ray;
Copyright: 1979 Twentieth Century Fox Film Corporation
Es wird oft Nebel eingesetzt, was die Szenen umso unheimlicher wirken lassen. Strobolicht, Herzschläge, Alarmsignale, Blinklichter, Nebelzischen, dunkle Gänge, helle Räume: Gerade das Finale ist mit akustischen und visuellen Effekten überhäuft und es entsteht eine beängstigte und angespannte Atmosphäre.

Aus einem "einfachen" B-Monsterfilm wird ein Film für die Ewigkeit. Der Film ist ein Meilenstein im Sci-Fi und im Horrorgenre. Besonders machen ihn das spezielle Alien- und Raumschiff-Design, der visuelle Stil, die tolle Masken- und Effektarbeit, die unheimliche Musik, der tolle Cast und Ridley Scotts Talent Angst zu erzeugen.

Ridley schuf einen zeitlosen "Angst-Film", einen Horrorfilm, einen Science-Fiction-Film, einen ganz besonderen Film, den man gesehen haben sollte. Der Film ist mehr als nur ein Monsterfilm, er versprüht gruselige Atmosphäre, Angst vor dem Fremden. Das Sounddesign und die passende Musik erzeugen zusammen mit den düsteren Bilder ein Meisterwerk.


Weitere Schnittfassung
Im Jahr 2003 produzierte Fox einen "Directors's Cut" des Films. Ridley Scott sagte dazu, die Kinofassung ist seine bevorzugte Fassung. Diese Bezeichnung dient also nur dem Marketing. In dem neuen Cut wurden einige Szenen eingefügt, die den Film runder werden liesen. In der Kittykitty Szene sieht man jetzt das Alien zwischen Ketten hängen, bevor es angreift. Man erkennt es aber nur wenn man weiß, wie es aussieht.

Quelle: Kauf Blu-Ray;
Copyright: 1979 Twentieth Century Fox Film Corporation
Des Weiteren gibt es eine Ohrfeige von Lambert auf Ripley zu Sehen. Die größte Szene befindet sich am Ende: Man sieht Dallas noch "lebend" vom Alien ein gesponnen. Interessant ist das dieses "Einspinnen" eigentlich erst in der Fortsetzung "Aliens" in anderen Situationen zu sehen ist. Die Szene ist eigentlich sehr passend, nimmt aber das Tempo und die ungeheure Spannung aus dem Finale.

Der neue Cut ist kürzer als die Kinofassung, da einige Szenen abgekürzt wurden um dem Film mehr Tempo zu verleihen und den Film somit an die aktuellen Sehgewohnheiten anzupassen. Dieses Kürzen fällt aber nicht weiter negativ auf. Beide Versionen sind sehenswert.


Fortsetzungen
Der Film wurde dreimal fortgesetzt:

Aliens (1986) von James Cameron

Dieser Film legt mehr Wert auf Action, bietet eine ebenso beängstigende Atmosphäre und legt die Messlatte in Sachen Spannung auch sehr hoch. Er gilt ebenso als Meilenstein des Genre-Films.

Alien 3 (1992) von David Fincher

Als Psycho-Thriller konzipierter Film, der viele Probleme in der Herstellung hatte. Fincher konnte seine Vorstellungen nicht umsetzen. Das Drehbuch war bei Drehbeginn nicht fertig gestellt.

Alien 3 ist trotzdem eine sehr gelungene Fortsetzung, was aber nicht jeder Fan so sieht. Die bessere Weiterführung wäre vielleicht gewesene, wären am Anfang bestimme Charaktere nicht gestorben.

Alien: Resurrection (1997) von Jean-Pierre Jeunet

Das Drehbuch von Joss Whedon wurde umgeschrieben und nicht wie von ihm gedacht umgesetzt. Der Film fällt in der Reihe stark ab. Als eigenständiger Film ein solider Sci-Fi-Horror, als Fortsetzung der Alien-Saga eigentlich zu unglaubwürdig und zu übertrieben.

Man merkt bei jedem der vier Filme, dass jeder Regisseur seinen Film anders inszeniert hat und die Reihe somit immer in eine andere Richtung gelenkte. Jeder Film ist für sich gut und eigenständig. Es gibt keine Wiederholungen, jeder unterscheidet sich stilistisch zu seinem Vorgänger.

Des Weiteren gab es Crossover mit dem Predator:

Alien vs. Predator (2004)
Alien vs. Predator 2 (2007)

2012 kam Prometheus von Ridley Scott in die Kinos. Der Film erklärt einiges zu dem fremden Raumschiff und dem Space Jockey. Es folgt ein Sequel.

"Sie scheinen immer noch nicht zu begreifen, womit Sie es zu tun haben: Mit einem perfekten Organismus."


Bewertung:






Autor: Marcel Hisge
Quelle der Informationen: Wikipedia.org