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Sonntag, 18. Oktober 2015

Terror in der Oper


Opera (Terror in der Oper)
Lauflänge: 107 Minuten
Freigabe: FSK 16 (früher ab 18/indiziert)
Produktionsjahr: 1988
Produktionsland: Italien
Regie:  Dario Argento
Drehbuch: Franco Ferrini, Dario Argento

Sie kann die Augen nicht schließen
Quelle: Kauf DVD; Copyright: Arrow Films
Marco: "I think it's unwise to use movies as a guide for reality. Don't you Inspector?"
Inspector: "Depends what you mean by reality."

Dario Argento ist ein italienischer Regisseur, der für seine visuell anspruchsvolle Inszenierung seiner Filme bekannt ist. Hautsächlich dreht er Filme aus dem Subgenre Giallo.

Der Giallo ist in Italien eine spezielles Genre, eine Mischung aus Krimi und Slasher, in dem meist nur die Hände (inkl. schwarzer Handschuhe) des Killers zu sehen sind und man lange nicht weiß, wer er ist. Der Zuschauer verfolgt den Protagonisten bei den Ermittlungen, ebenso wie dem Killer bei seinen Morden.

Opera ist Argento´s letzter richtig großer Film nach seinen Hauptwerken wie Suspiria, Inferno und Tenebrae, also groß in seiner Inszenierung. Hier wird visuell einiges geboten, was den Film von anderen Slasher-Filmen wie z. B. Freitag, der 13. abhebt. Argento schafft eine düstere Atmosphäre und sorgt mit unglaublichen Kameraeinstellungen für Erstaunen.



Handlung
Betty muss dem Mörder zusehen
Quelle: Kauf DVD; Copyright: Arrow Films
Betty, eine Sopranistin, bekommt durch Zufall die Chance den Hauptpart in der Opern-Aufführung McBeth zu singen. In der Premierennacht geschieht ein Mord. Als der Killer in der Nacht erneut auftaucht, bringt er Betty in seine Gewalt.

Er fesselt sie und bringt an ihren unteren Augenliedern Nadeln an, so dass sie die Augen geöffnet halten muss um sich nicht zu verletzen. Der Killer bringt sein nächstes Opfer direkt vor ihren Augen um. Wer ist der Killer und warum muss Betty ihm zu sehen?

Der unbekannte Killer lässt Betty anschließend frei und flieht. Sie ist panisch vor Angst und weiß nicht, wann der Killer erneut zu schlägt...

Inszenierung
Opera bietet einiges an visuellen Besonderheiten. Oft wird die subjektive Kamera eingesetzt, d. h. man sieht die entsprechende Szene aus der Sicht einer bestimmten Person. Auch gibt es viele schöne Kamerafahrten die mit Hilfe von Dollys oder Kränen zu Stande kommen. Gerade Backstage in der Oper ist immer was los. Viele Menschen organisieren die Aufführung während die Kamera durch die Szene fährt.


Der Schuss durch den Türspion
Quelle: Kauf DVD; Copyright: Arrow Films
Hier wurde noch nichts digital mit Hilfe von Computern erstellt. Alles wurde mit echten Kameras auf Film gedreht. 

Es gibt z. B. auch eine ganz tolle Einstellung als der Killer durch den Türspion mit der Pistole schießt und einer Frau direkt ins Auge trifft. Dies wurde auf besondere Weise gefilmt: Die Kamera zeigt die Pistolenkugel wie sie durch die Tür hindurch saust um dann in der nächsten Einstellung weiter in Zeitlupe durch den Kopf des Opfers hindurch fliegt.

Der Zuschauer nimmt immer die Position ein, in der sich Betty während der Morde befindet. Man ist ebenso wie sie "gezwungen" dem Killer bei seinen Taten zuzusehen. Manchmal gibt es auch sehr makabere Szenen, in dem der Horror und die Komik kurzzeitig vereint werden. In den Morden ertönen meist Heavy Metal-Songs, die sehr an Iron Maiden erinnert, während, auf Grund der Handlung, in vielen Szenen sonst klassische Musik gespielt wird.

Am Ende gibt es auch, als die Raben im Saal freigelassen werden, viele spezielle Kamerafahrten, die aus der Sicht der Raben gefilmt sind. Oft fragt man sich: "Wie haben die es gemacht?"

Dario Argento hatte, zumindest damals noch, ein feines Händchen für eine visuell sehr anspruchsvolle Inszenierung und verwendete oft Kamerafahrten, die immer schön anzusehen sind.


Flug durch den Saal, aus Sicht des Raben
Quelle: Kauf DVD; Copyright: Arrow Films
In Opera wird einiges von seinem Können als Regisseur gezeigt. Es gibt hier so viele schöne Kameraeinstellungen, die diesen Horrorfilm besonders machen.

Freigabe
Der Film war seit 1990 in Deutschland indiziert und nur ab 18 Jahren erhältlich. Dieses Jahr wurde er vom Index gestrichen und ist nun, nach einer erneuten Prüfung, ab 16 Jahren frei erhältlich.

Ob diese Entscheidung richtig ist kann man in Frage stellen, da der Film mit blutigen Szenen nicht geizt , auch wenn vielleicht nie sehr viel explizit zu sehen ist. Das macht der Film auch sehr gut, man sieht viel Blut und die Morde sind nie
harmlos oder dergleichen. Dennoch verkommt der Film
nie zu einem reinen Splatter-Film.

Fazit
Eine Empfehlung unsererseits für Alle die mal den italienischen Giallo antesten wollen oder mal einen besonderen Horrorfilm, bezüglich der Kameraarbeit, sehen möchten.


Bewertung






Autor: Marcel Hisge



Mittwoch, 9. September 2015

Hotel Ruanda


Hotel Rwanda (Hotel Ruanda)
Lauflänge: 118 Minuten
Freigabe: FSK 12
Produktionsjahr: 2004
Produktionsland: USA, UK, Italien, Südafrika
Director: Terry George
Writer: Keir Pearson, Terry George

Paul und seine Frau hoffen auf ihre Flucht
Quelle: Kauf DVD; Copyright: 2005 Universum Film GmbH
"Mr. Manager, fällt ihnen nicht auf, wie furchtbar es hier nach Kakerlaken stinkt?


Ich bin sicher, dass ich sie aufspüre, wenn ich dieses Zimmer verlasse.
Und Leute, die sowas beseitigen kenne ich auch. 
Aber vielleicht stört sie sowas gar nicht.
Wieso auch?! Sie sind schon an den Gestank gewöhnt.
Ich aber nicht! Nur in einem sauberen Zimmer halte ich es aus."

Handlung
Am 6. April 1994 wird das Flugzeug des Präsidenten Juvénal Habyarimana in Ruanda abgeschossen. Es beginnt ein blutiger Bürgerkrieg in dem die ethnische Minderheit, die Tutsis von den Hutu-Milizen getötet werden. Durch diesen grausamen Genozid sterben innerhalb 100 Tagen ca. eine Millionen Menschen.

Der Hotelmanager Paul Rusesabagina bietet tausenden Flüchtlingen in dem Hotel Schutz vor den Milizen. Durch seinen Einfallsreichtum, seinen Beziehungen zum Militär und seiner Nächstenliebe und Courage rettet er nicht nur seine Familie vor dem Tod, ebenso das Leben von 1200 Flüchtlingen...

Der Film beschreibt Pauls mutige Taten dieser wahren Geschichte...


Kritik
Hotel Ruanda zeigt nicht das ganze Ausmaß des Krieges, er zeigt keine blutigen Tötungsszenen. Der Film ist in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben. Es ist aber auch nicht nötig die grausame Gewalt zu zeigen, vieles wird nur angedeutet oder man erfährt es in Dialogen. Die Gefahr der Milizen ist allgegenwärtig, man weiß wie diese Täter handeln, wenn sie Tutsi erwischen.


Paul entsetzen die Ausmaßen des Bürgerkrieges
Quelle: Kauf DVD; Copyright: 2005 Universum Film GmbH
Der Film zeigt ausschließlich Pauls Situation und sein Handeln und Bemühen, die Menschen und seine Familie zu retten. Paul wird von Don Cheadle mit großer Hingabe gespielt, 

Er wurde dafür für den Oscar nominiert, er hätte ihn verdient gehabt. Paul ist ein ruhiger und gesonnener Mann, der mit Hingabe und Fürsorglichkeit für seine Familie da ist.

Er selbst ist Hutu und wird somit nicht verfolgt. Seine Frau und Familie ist aber Tutsi. Er kann sie in der ersten Situation mit dem Militär nur durch Bestechung retten.

Selbst in ausweglosen Situationen bleibt er ruhig und versucht richtig zu handeln. Sein Bemühen ist menschlich, er kann die Flüchtigen nicht einfach dem grausamen Tod überlassen. Der Tod wäre ihnen sicher gewesen.

Die Hutu-Milizen töten ihre Opfer ohne zu zögern, sie warten höchstens um sie auf unmenschliche Weise zu demütigen und zu quälen. Die restliche Welt hat in diesem Bürgerkrieg nicht eingegriffen, sie haben die Augen geschlossen.

Es wurde weggesehen. Niemand aus dem Ausland setzte sich gegen die Milizen ein. Die UN evakuierte alle ausländischen Touristen und Personen. Es kamen keine weiteren Truppen zur Hilfe, die UN rückte vermehrt Truppen wieder ab. 


Die Hutu-Milizen halten ihre Opfer fest
Quelle: Kauf DVD; Copyright: 2005 Universum Film GmbH
Der Genozid konnte stattfinden. Mehrere hundert tauschend Menschen mussten grausam sterben. Paul Rusesabagina rette viele Leben. Mit Nächstenlieben, Mut und Aufrichtigkeit gelang ihm eine unbeschreiblich wichtige Tat.

Die Geschichte wird authentisch wiedergegeben. Der Regisseur übertreibt nicht mit einer blutigen Inszenierung. Pauls Sichtweise reicht aus um die gefährlichen und unmenschlichen Verhältnisse, in der die Menschen dort überleben mussten, dem Zuschauer zu vermitteln.




Fazit
Ein wichtiger Film, der dem Zuschauer eine Welt zeigt, in der man selbst nicht leben möchte.

Dieser Film führt eine ähnliche Situation vor Augen, wie aktuell auf der Welt, nur zu einer anderen Zeit.


Tausende Flüchtige vor dem Genozid
Quelle: Kauf DVD; Copyright: 2005 Universum Film GmbH
Es sind alles Menschen, die überleben wollen. Sie flohen damals z.B. als erstes nach Kongo. Sie flüchteten sich in Sicherheit.

Die Generation in der wir leben, musste nie in dieser Situation sein, mit Angst um seine Familie zu leben. 

Die Menschen flüchten aus ihrer Heimat, weil sie überleben wollen.

Das schreibt und liest sich leicht, der Weg, den sie aufnehmen ist ein harter Kampf ums Überleben. Hotel Ruanda zeigt diese Situation, wenn man im eigenen Land nicht mehr sicher ist.

Ein wichtiger Film!


Bewertung






Autor: Marcel Hisge

Quelle der Informationen: Wikipedia.org

Donnerstag, 27. August 2015

Es war einmal in Amerika


Once upon a Time in America (Es war einmal in Amerika)
Lauflänge: 229 Minuten (Extended director´s cut: 251 Minuten)
Freigabe: FSK 16
Produktionsjahr: 1984
Produktionsland: Italien, USA
Regie: Sergio Leone
Drehbuch: Leonardo Benvenuti, Piero De Bernardi,
Enrico Medioli, Franco Arcalli, 
Franco Ferrini, Sergio Leone


Noodles und seine Freunde auf Beutejagd
Quelle: Kauf DVD, Copyright: Regeny Entertainment (USA)
"Du wirst den Gestank der Straße nicht los. Das ist dein Problem."
"Ich mag den Gestank der Straße. Ich rieche ihn gern. Wenn ich ihn einatme, fühl ich mich wohler. Er steht mir auch gut."


Entstehungsgeschichte
In den 1960er Jahren erschien die Dollar-Trilogie mit Clint Eastwood und startete den großen Feldzug der Italo-Western oder auch abwertender als Spaghetti-Western bekannt.

Sergio Leone gab dem Western einen neuen Stil, raue Antihelden, die meist genauso schlechte Sitten hatten wie ihre Gegner.

Leone setzte seine Karriere mit dem Epos und dem Beginn seiner Amerika-Trilogie mit "Once upon a time in the West (Spiel mit das Lied vom Tod)" fort. Es folgt "Todesmelodie", der kein großes Publikum fand.

Als nächstes bereitete Sergio Leone sein Meisterwerk "Once upon a Time in America" vor. Von einem Roman begeistert, wessen Rechte er nicht bekommen konnte, lies er selbst ein Drehbuch verfassen.

Die Arbeiten dazu sollten viele Jahre andauern bis Leone sein OK dazu gab. Ebenso suchte Leone verzweifelt einen Produzenten und Geldgeber, der bereit dazu war, das umfangreiche Script zu finanzieren...

Bis es dazu kam hatte Leone sich den ganzen Film in seiner Vorstellung bereits visualisiert. Er konnte zu jeder Szene sagen, wie sie auszusehen hatte. Einmal sagte er zu einem seiner Writer, eine Person aus dem Drehbuch müsste in einer Szene noch 30 Sekunden sprechen. Die Person sollte, während sie von A nach B lief, sprechen. Leone konnte jede kleinste Szene aus seinen Gedanken heraus genau erklären und auch selbst darstellen.


Verschiedene Schnittfassungen
Once upon a Time in America erschien 1984 in den Kinos. Der Film wurde kein Erfolg beim Publikum, aufgrund der komplexen Erzählstruktur und der gigantischen Lauflänge von über dreieinhalb Stunden. In den USA wurde er aufgrund dessen auf 2 Stunden runter gekürzt und in eine chronologisch richtige Reihenfolge gebracht, was den Film seine ganze Bedeutung und Atmosphäre raubte. Ein Erfolg kam nicht zustande.

2012 gab Martin Scorsese die Restaurierung inkl. zusätzlicher Szenen in Auftrag, die auch Leone optimal für den Film fand und eigentlich all diese Szenen wichtig für die Story hielt. Der Film bietet nun eine Gesamt-Lauflänge von 250 Minuten. Die neu eingefügten Szenen bieten u. A. einen intimeren Einblick in Noddles Liebe zu Deborah.


Der Regisseur: Sergio Leone

Sergio Leone (rechts) erklärt die Szene am Set
Quelle: Kauf DVD, Copyright: Warner Bros.
Sergio Leone gehört für mich zu den bedeutsamsten Regisseuren aller Zeiten. Sein Stil ist unvergleichlich. Seine Filme bieten eine besondere Bildästhetik, weite Totalen und Close-Ups, langsame Erzählweise. 

Er kreiert die Geschichten mit einer besonderen Bildersprache und benötigt keine hektischen und schnellen Schnitte.Mit aller Zeit der Welt und der nötigen Feinfühligkeit kreiert er ein zeitloses Kino-Erlebnis. 

Angefangen von "Für eine Handvoll Dollar" bis hin zu "Es war einmal in Amerika" besitzen alle Filme einen besonderen Platz in der Geschichte des Films.

In seinen Filmen spielten bekannte Darsteller wie Clint Eastwood, Eli Wallach, Lee van Cleef, Henry Fonda, Claudia Cardinale, Charles Bronson, Robert de Niro und James Woods.


Leone verstarb, zu früh im Alter von 60 Jahren, 5 Jahre nach dem Erscheinen des Films an einem Herzinfarkt. Er drehte 7 Filme unter seiner Regie. Dies sollte sein letzter Film bleiben.


Handlung und Kritik (enthält Spoiler)
Once upon a Time ist ein in drei verschiedenen Zeit-Ebenen spielendes Epos über Freundschaft und Verrat. Der Film dauert mehr als 4 Stunden (Extended Director´s Cut) und wird zwischen den Zeit-Ebenen hin und her wechseln. Er beginnt im Jahre 1933. Noodles (Robert de niro) wird von Auftragskillern gesucht. Es beginnt ein monotones Telefonklingeln. Er flüchtet aus einer Opiumhöhle.

Noodles erfährt, dass seine Freunde in einem Raubüberfall getötet wurden. Die Szene wechselt in die Vergangenheit. Man sieht Noodles wie er den Telefonhörer abnimmt. Wunderbar wurde hier mit Geräuschen gearbeitet. Das minutenlange Telefonklingeln zeigt Noodles Gewissen auf, man sieht was es mit dem Telefonklingeln auf sich hat: Ein wichtiges Telefonat aus der Vergangenheit. Man wird später noch erfahren, was es damit auf sich hat.

Noodles kehr nach Jahren zurück 
und besucht einen Freund
Quelle: Kauf DVD, Copyright: Regeny Entertainment (USA)
Noodles taucht für 35 Jahre unter, mit dem Wissen, dass seine Freunde tot sind. Er kehrt im Jahr 1968 wieder nach New York zurück und besucht bekannte Orte aus seiner Vergangenheit auf. Er erinnert sich an seine Jugend im Jahr 1920, wie er seine Freunde, besonders Max, kennen lernte, ebenso wie seine Freundin Deborah.

Die Bande aus Jugendliche angeführt von Noodles und Max verdienen ihr Geld mit Diebstählen und Gaunereien. Sie beteiligen sich auch am Alkoholschmuggel, indem sie die Ware aus dem Meer fischen, die dort vorher versenkt wurde.

Als sie mit einer gegnerischen Bande zusammentreffen wird einer ihrer Freunde erschossen. Noodles nimmt blutige Rache. Er wird verhaftet und muss eine 12jährige Haftstrafe absitzen.

Nach der Haft im Jahre 1932 wird er wieder in die Bande aufgenommen. Im größeren Stil schmuggeln sie Alkohol und rauben Banken und Juweliere aus.

Die Bande verdient sich damit mittlerweile genug Geld für eine luxuriöses Leben. In 2 Nebenrollen als Auftraggeber sieht man Burt Young (bekannt aus Rocky) und Joe Pesci (bekannt aus GoodFellas, Casino, Kevin allein zu Haus und Lethal Weapon ab Teil 2).

Als Noodles ahnt, dass Max mit dem nächsten Raub, sich und alle Beteiligte mit dem Leben gefährden könnte, entscheidet er sich Max vor dem Tod zu schützen. Er macht einen Anruf bei der Polizei und verrät seinen besten Freund.

Im Jahr 1968 bekommt Noodles einen Brief und Geld für einen Auftrag. Er geht diesen Indizien nach und trifft einen alten Bekannten...

Intelligente Zeitübergänge
Die Übergänge in die anderen Zeit-Ebenen sind mit intelligenten Kamera- und Schnitttechniken inszeniert. Z.B. als Noodles im Jahr 1933 ins Exil flüchtet, kauft er am Bahnhof ein Ticket "egal wohin", geht zu einer Wand, die Kamera geht mit. Schnitt. Die Wand sieht anders aus, er entfernt sich wieder davon und ist 35 Jahre älter.

Noch schöner ist der Übergang aus dem Jahre 1968 in seine Jugend, als er seinen alten Freund besucht, schaut er sich um. Auf der Toillete ist ein Guckloch in einen anderen Raum. Er schaut rein, als alter Mann. Schnitt. Die Kamera schaut ebenfalls durch das Loch und sieht die junge Deborah tanzen, während der wundervolle "Deborahs Theme" von Morricone läuft. Das ist intelligente Filmmontage, mit einfachsten Mitteln reisen wir durch die Zeit, so als ob Noodles oder auch wir als Zuschauer in das Loch in die Vergangenheit schauen und Deborah beim tanzen beobachten. Das ist Filmkunst, Filmmagie!

James Woods spielt in der Szene Alle an die Wand
Quelle: Kauf DVD, Copyright: Regeny Entertainment (USA)
Die Schauspieler
Robert de Niro spielt Noodles oft sehr zurückhaltend, aber in den entsprechenden Szenen kommt er aus sich raus, agiert getrieben von Gier und Verlangen. Er verkörpert seinen Charakter passend in jeder Situation.

Ebenso begeistert James Woods als führendes Bandenmitglied Max. Seinen großes Moment hat er als er mit der Bande über einen geplanten Raubüberfall diskutiert. Ständig wird er von seiner Freundin unterbrochen, bis er laut wird und sich nicht mehr beherrschen kann.

Als junge Deborah ist Jennifer Connelly (A beautiful Mind, Requiem for a Dream) zu sehen.



Die dunkle Persönlichkeit Noodle´s
Zwei Szenen lassen Noodles in einem anderen Licht erscheinen und sind auch nicht leicht zu verdauen. In der ersten Szene rauben Noodles und seine Leute ein Juwelier aus. Noodles kümmert sich um eine Angestellte, er will sie ruhig halten. Langsam fängt er an sie zu bedrängen. Er vergewaltigt sie während die anderen Bandenmitglieder die Beute rauben.

In der zweiten Szene trifft er Deborah wieder. Er führt sie zum Essen aus. Sie haben einen schönen Abend. Als sie mit der Limousine wieder zurück fahren, versucht Noodles zärtlich zu Deborah zu sein. Er steigert sich immer mehr rein bis er sie schließlich vergewaltigt. Im Gegensatz zur Angestellten aus der erstgenannten Szene wehrt sich Deborah massiv, sie hat aber keine Chance ihn zu stoppen. Erst als der Fahrer die Limousine stoppt und die hintere Tür öffnet hört Noodles auf und steigt aus dem Fahrzeug.

Diese Szenen zeigen dem Zuschauer, dass Noodles offensichtlich von seiner sexuellen Gier getrieben ist, die er in den vielen Jahren für Deborah anwachsen lies. Er ist von ihr besessen, was man auch in einer der neuen Szenen sieht. Noodles trifft sich mit einer Prostituierten und nennt sie Deborah.

Inszenierung
Once upon a Time in America ist detailliert und umfangreich ausgestattet. Er zeigt New York in den verschiedenen Jahren, als wären sie dort gedreht. Auch der ganze Film wirkt klassischer und vielleicht altmodischer (nicht im negativen Sinn) als man im Blockbuster-bestückten Jahr 1984 erwartet hätte. Der Film lässt sich in jeder Szene viel Zeit für Erklärungen, die auch oft ohne Dialoge auskommen. In atmosphärischen Bildern folgen wir dem Protagonisten in die verschiedenen Zeit-Ebenen.  

Der Film scheut sich nicht vor Langsamkeit, die aber die Geschichte umso besser entfalten lässt. Passend dazu ist der ruhige, atmosphärische und romantische Soundtrack vom meisterhaften Komponisten Ennio Morricone, einer seiner besten Werke.

Man braucht viel Geduld für dieses Epos. Die 4 Stunden sind aber voll gepackt mit schönen Momenten aus Freundschaft und Liebe, aber auch unschönen wie Verrat, Mord und Vergewaltigung. Eine perfekte Regie von Sergio Leone, wundervolle Musik von Ennio Morricone und unglaubliche Darsteller wie Robert de Niro und James Woods machen den Film zu einem Meisterwerk der Filmgeschichte.

"Ich habe dir dein Leben geraubt. Ich habe an deiner Stelle gelebt. Ich habe dir alles weggenommen. Ich habe dein Geld genommen. Ich habe deine Frau genommen. Und 35 Jahre Gewissensbisse habe ich dir gelassen wegen meines Todes. Also, warum schießt du nicht?"



Bewertung:





Autor: Marcel Hisge

Quelle der Informationen: Wikipedia.org

Es war einmal in Amerika


Once upon a Time in America (Es war einmal in Amerika)
Lauflänge: 229 Minuten (Extended director´s cut: 251 Minuten)
Produktionsjahr: 1984
Produktionsland: Italien, USA
Director: Sergio Leone
Writer: 
Leonardo Benvenuti, 
Piero De Bernardi,
Enrico Medioli, Franco Arcalli, 
Franco Ferrini, Sergio Leone

Noodles und seine Freunde auf Beutejagd
Quelle: Kauf DVD, Copyright: Regeny Entertainment (USA)
"Du wirst den Gestank der Straße nicht los. Das ist dein Problem."
"Ich mag den Gestank der Straße. Ich rieche ihn gern. Wenn ich ihn einatme, fühl ich mich wohler. Er steht mir auch gut."



"Ich habe dir dein Leben geraubt. Ich habe an deiner Stelle gelebt. Ich habe dir alles weggenommen. Ich habe dein Geld genommen. Ich habe deine Frau genommen. Und 35 Jahre Gewissensbisse habe ich dir gelassen wegen meines Todes. Also, warum schießt du nicht?"


Montag, 24. August 2015

Gomorrha – Die Serie



Gomorra (Gomorrha – Die Serie)
Staffeln: 1 (bis dato 12 Folgen)
Laufzeit: ca. 55 Min pro Folge
FSK: ab 12 
Produktionsland: Italien 
Produktionsjahr: 2014-????
Produktion: Sky, La7, Fandango
created by: Roberto Saviano (Buchvorlage), Salvatore Esposito, Marco D'Amore, Fortunato Cerlino 

Don Pietro Savastano: "Ich wäre gerne dabei gewesen um zu sehen, wie sich das Arschloch in die Hosen kackt. Hoffentlich kapiert er, dass er sich ab jetzt raus halten soll." Ciro di Marzio: "Und wenn er es nicht kapiert?" Don Pietro Savastano: "Dann werden wir ihm noch einmal erklären, dass ich hier die Regeln mache, nicht Salvatore Conte."

Ciro + Genny in ihrem Viertel
Quelle: Screenshot SKY Atlanic HD
Copyright:2014 Cattleya, Fandango & SKY
Gomorrha – Die Serie ist die TV-Adaption des gleichnamigen Romans von Roberto Saviano, sowie des 2008 produzierten Spielfilms.

Hauptschauplatz der Geschichte ist der Stadtteil Scampia in Neapel/ Italien. Die dort herrschende Mafia-Familie (in Neapel Camorra) ist der Savastano Clan.

Die zentralen Figuren der Serie bilden Don Pietro Savastano (Fortunato Cerlino), Ciro di Marzio (Marco D’Amore), Imma Savastano (Maria Pia Calzone) sowie Genny Savastano (Salvatore Esposito)






Zum Inhalt: (kann Spoiler enthalten) 
Ciro ist ein Soldat des Savastano-Clans, er erledigt oft die Drecksarbeit für Don Pietro Salvastano. Anfangs nachdenklich darüber ob dieser Lebensstil für sich und seine Familie noch das Richtige ist und er kurz davor ist auszusteigen, wird sein Ziehvater und Mentor Attilio getötet.
Ciro di Marzio
Quelle: Screenshot SKY Atlanic HD
Copyright:2014 Cattleya, Fandango & SKY

Wenig später wird der „Pate“ inhaftiert und Ciro versucht die neue Situation für sich zu nutzen und über den legitimen Nachfolger Genny Savastano im Hintergrund die Fäden zu ziehen. 

Imma Savastano, die Ehefrau des in Haft sitzenden Clanoberhaupts, bemerkt dies und es entbrennt ein Mafia interner Machtkampf. 


Kritik 
Viele vergleichen die Serie mit den Sopranos, wer dies macht könnte eventuell enttäuscht werden.

Wo bei den Sopranos noch größtenteils die Mafia-Mentalität in einem romantischen Licht erscheint und oft durch den ein oder anderen Lacher begeistert, so gegensätzlich ist die Serie Gomorrha.

Es wird ein realistisch wirkender Einblick in die Welt der Camorra in Neapel gezeigt. Kalt, hart und brutal, so zeichnet sich die Darstellung der Serie ab. Was aber dazu führt, dass es die Serie an sich interessant macht.

Anfangs wirkt die Serie vom Erzählstil her langsam und träge, aber von Folge zu Folge wird sie einen mehr begeistern, da der Handlungsbogen sich stets erweitert und Folgen komplexer werden.

Des weiteren brilliert die Serie bei den Drehorten, da die Aufnahmen wirklich in den Problemvierteln von Neapel gedreht wurden.

Bewertung:
 




Autor: René Blaas

Gomorrha – Die Serie

Gomorra (Gomorrha – Die Serie)
Produktionsjahr: 2014-????
Produktionsland: Italien 
Director: Stefano Sollima, Francesca Comencini, Claudio Cupellini
Writer: Roberto Saviano (Buchvorlage)

  
Ciro + Genny in ihrem Viertel
Quelle: Screenshot SKY Atlanic HD
Copyright:2014 Cattleya, Fandango & SKY
Gomorrha – Die Serie ist die TV-Adaption des gleichnamigen Romans von Roberto Saviano, sowie des 2008 produzierten Spielfilms.


Hauptschauplatz der Geschichte ist der Stadtteil Scampia in Neapel/ Italien. Die dort herrschende Mafia-Familie (in Neapel Camorra) ist der Savastano Clan.

Die zentralen Figuren der Serie bilden Don Pietro Savastano (Fortunato Cerlino), Ciro di Marzio (Marco D’Amore), Imma Savastano (Maria Pia Calzone) sowie Genny Savastano (Salvatore Esposito)





Erläuterungen und Inhalt der Serie (kann Spoiler enthalten)

Ciro ist ein Soldat des Savastano-Clans, er erledigt oft die Drecksarbeit für Don Pietro Salvastano. Anfangs nachdenklich darüber ob dieser Lebensstil für sich und seine Familie noch das Richtige ist und er kurz davor ist auszusteigen, wird sein Ziehvater und Mentor Attilio getötet.

Ciro di Marzio
Quelle: Screenshot SKY Atlanic HD
Copyright:2014 Cattleya, Fandango & SKY
Wenig später wird der „Pate“ inhaftiert und Ciro versucht die neue Situation für sich zu nutzen und über den legitimen Nachfolger Genny Savastano im Hintergrund die Fäden zu ziehen. 

Imma Savastano, die Ehefrau des in Haft sitzenden Clanoberhaupts, bemerkt dies und es entbrennt ein Mafia interner Machtkampf.




Zur Kritik

Viele vergleichen die Serie mit den Sopranos, wer dies macht könnte eventuell enttäuscht werden.



Wo bei den Sopranos noch größtenteils die Mafia-Mentalität in einem romantischen Licht erscheint und oft durch den ein oder anderen Lacher begeistert, so gegensätzlich ist die Serie Gomorrha.


Stadtteil Scampia
Quelle: Screenshot SKY Atlanic HD
Copyright:2014 Cattleya, Fandango & SKY
Es wird ein realistisch wirkender Einblick in die Welt der Camorra in Neapel gezeigt. Kalt, hart und brutal, so zeichnet sich die Darstellung der Serie ab. Was aber dazu führt, dass es die Serie an sich interessant macht.

Anfangs wirkt die Serie vom Erzählstil her langsam und träge, aber von Folge zu Folge wird sie einen mehr begeistern, da der Handlungsbogen sich stets erweitert und Folgen komplexer werden.

Des weiteren brilliert die Serie bei den Drehorten, da die Aufnahmen wirklich in den Problemvierteln von Neapel gedreht wurden.

Von uns 8,0 von  10,0 Filmrollen

Autor: René Blaas