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Dienstag, 29. September 2015

Sherlock

Sherlock
Staffeln: 3 (je 3 Episoden)
Laufzeit: ca. 90 Min. pro Folge
FSK: ab 12
Produktionsland: England
Produktionsjahr: 2010 - ????
Produktion: BBC Wales
created by: Steven Moffat, Mark Gattis

"Ich bin Sherlock Holmes und die Adresse ist 221B Bakerstreet!"

Quelle: Kauf Blu-Ray-Disc;
Copyright: 2011 Hartswood Films Limited
Jeder kennt die Geschichten von Sherlock Holmes und sein Assisstent Dr. Watson: Spannende Detektivgeschichten und wendungsreiche Ermittlungen.

Unzählige Verfilmungen im Kino oder auch im Fernsehen wurden produziert, viele Geschichten rund um den schlauen Ermittler wurden bereits gezeigt.

Jüngst kamen ebenso zwei Verfilmungen, inszeniert von Guy Ritchie, mit Robert Downey Jr. und Jude Law in den Hauptrollen, in die Kinos, die noch das gewohnte viktorianische Setting nahmen, aber eine schnelle rasante actiongeladene Version einer Sherlock Holmes-Geschichte nutzte...



Die Serie
Die Autoren Steven Moffat (Doctor Who) und Mark Gatiss entwickelten eine Fernsehserie um Sherlock Holmes und steckten die Figuren und Geschichten in die Gegenwart. Das macht den besonderen Reiz dieser Serie aus. Die Charaktere ermitteln in unserer Gegenwart und nutzen moderne Technik, wie Mobiltelefone und das Internet.


Quelle: Kauf Blu-Ray-Disc; 
Copyright: 2011 Hartswood Films Limited
Die Darsteller
Sherlock Holmes wird von dem fantastischen Benedict Cumberbatch (Star Trek into Darkness) verkörpert, der es schafft durch ausgefeilte Monologe seine enorme Intelligenz dem Zuschauer zu vermitteln.

Auch seine ungeheure Arroganz und Überlegenheit dem normalen durchschnittlichen Bürger oder auch Polizeibeamten gegenüber wird jederzeit deutlich.

Dr. Watson wird von Martin Freeman (The Hobbit) gespielt, gibt zurückhaltend, aber immer präsent, den Chirurgen und Kriegsveteran.

"Fantastisch. Ja. 4 Suizide in Folge und jetzt eine Nachricht. Es ist wie Weihnachten!"

Inszenierung
Die Serie bietet innovative Effekte wie kreative Kameraeinstellungen, Szenenübergänge und Schnitttechniken. Auch werden nicht wie üblich Mobiltelefone gezeigt um deren empfangene Nachrichten lesen zu können, sondern der Text wird direkt in den Szenen eingeblendet.

Die Fälle und Ermittlungen werden so rasant in Szene gesetzt, so dass nie Langeweile aufkommen kann. Episodenübergreiffend werden die Charaktere weiter entwickelt. Auch persönliche Momente und persönliche Einbindungen in die Fälle machen die Serie so spannend und besonders.


Quelle: Kauf Blu-Ray-Disc; 
Copyright: 2011 Hartswood Films Limited
Auch bleibt der Humor nicht auf der Strecke. Durch die wunderbar geschriebenen Dialoge gibt es immer wieder aberwitzige Momente zwischen Holmes und Watson. Besonders die Episoden "A Scandal in Belgravia", "The Empty Hearse" und "The Sign of Three" bieten urkomische Wortspiele und britischen Humor der besten Sorte.

Auch eine Brise Slapstick lässt sich in manchen Szenen finden. Dennoch wirkt die Serie nicht albern. Man hat nicht den Eindruck eine Komödie zu sehen. Die spannende Krimigeschichte bleibt im Vordergrund.




Das Format
Das Konzept (wenige Episoden pro Staffel und lange Spielzeit pro Episode) wirkt weniger wie eine richtige Serie mit üblicherweise 10, 13 oder 22 Episoden, sondern macht eher den Eindruck einer Filmreihe. Jede Episode hat Spielfilmlänge und bietet meist einen abgeschlossenen Fall, dennoch haben die meisten Fälle einen gemeinsamen Drahtzieher.

Die freundschaftliche Beziehung zwischen Holmes und Watson wächst von Folge zu Folge. Das ist auch die größte Verbindung der einzelnen Episoden neben dem in den ersten Folgen noch unbekannten Drahtzieher.

Die erste Staffel führt die Charaktere ein. Sherlock trifft Watson in der ersten Episode und sie zeigt die erste gemeinsame Ermittlung von Holmes und Watson. Ebenso wird in der ersten Staffel der Hauptgegner eingeführt.

Die zweite Staffel zeigt Sherlock in anderem Licht als er eine mysteriöse Frau kennen lernt. Auch wird es in der letzten Episode sehr persönlich für Holmes. Er muss eine Entscheidung um Leben und Tod treffen.

Die dritte Staffel wird noch persönlicher für alle Beteiligten. Eine Hochzeit findet statt, wo Sherlock Trauzeuge wird. Die letzte Episode wird wieder unglaublich spannend.


Kritik
Quelle: Kauf Blu-Ray-Disc; 
Copyright: 2011 Hartswood Films Limited
Eine Empfehlung für alle die spannende und innovative Kriminal-unterhaltung mögen und nicht immer nur belanglose Krimiserien wie CSI oder manche Tatortfolgen schauen möchten.

Eine in sich runde Serie, die intelligente und sehr unterhaltsame Geschichten präsentiert und durch ihre ausgefeilten Charaktere mitreißt.

Sie ist den meisten Tatort-Folgen oder den üblichen Krimiserien in Bezug auf Inszenierung und Drehbuch weit überlegen.

Episodenübersicht

Staffel 1:
1. A Study in Pink (Ein Fall von Pink)
2. The Blind Banker (Der blinde Banker)
3. The Great Game (Das große Spiel)

Staffel 2:
4. A Scandal in Belgravia (Ein Skandal in Belgravia)
5. The Hounds of Baskerville (Die Hunde von Baskerville)
6. The Reichenbach Fall (Der Reichenbachfall)

Staffel 3:
7. The Empty Hearse (Der leere Sarg)
8. The Sign of Three (Im Zeichen der Drei)
9. His Last Vow (Sein letzter Schwur)

Es ist ein Special für Winter 2015 geplant und eine 4. Staffel wird folgen.


"Ich bin kein Psychopath, ich bin ein hochfunktionaler Soziopath, recherchieren sie mal!"


Bewertung:





Autor: Marcel Hisge

Sonntag, 13. September 2015

L.A. Confidential


L.A. Confidential
Lauflänge: 132 Minuten
Freigabe: FSK 16
Produktionsjahr: 1997
Produktionsland: USA
Regie: Curtis Hanson
Drehbuchautor: Brian Helgeland, Curtis Hanson


Kim Basinger als Lynn Bracken
Quelle: Kauf DVD;
© 1997 Monarchy Enterprises B.V. and
Regeny Entertainment (USA)
"Kommen Sie nach Los Angeles. Hier scheint die Sonne das ganze Jahr, die Strände sind breit und einladend, und goldene Orangenhaine erstrecken sich soweit das Auge sehen kann.

Es gibt Arbeit in Hülle und Fülle, und Land ist billig. Jeder Arbeiter kann sich sein eigenes Haus leisten, in dem er glücklich und zufrieden mit seiner Familie lebt. All das können Sie auch haben.


Und wer weiß: Vielleicht werden Sie sogar ein Filmstar!? Oder sie sehen zumindest einen."


"L.A. Confidential" wurde 1997 von Curtis Hanson nach einem Roman von James Ellroy gedreht. Die Hauptrollen spielen Russel Crowe, Guy Pearce und Kevin Spacey, eine Idealbesetzung. Wichtige Nebenrollen sind mit Danny DeVito, James Cromwell und Kim Basinger (Sie gewann für ihre Nebenrolle als Lynn Bracken einen Oscar) hervorragend besetzt...


3 Cops mit unterschiedlichen Moralvorstellungen
Besonders die drei Hauptdarsteller bieten eine unglaublich starke Leistung. Kevin Spacey spielt den bestechlichen Cop Jack Vincennes, der sich noch zusätzliches Geld als Berater einer Polizeiserie und Spitzel eines Skandal-Magazines verdient.

Ed Exley kurz bevor er seinen ersten Fall löst
Quelle: Kauf DVD; © 1997 Monarchy Enterprises 

B.V. and Regeny Entertainment (USA)
Der ehrgeizige und moralische Polizist Ed Exley wird von Guy Pierce verkörpert. Russel Crowe mimt den Polizisten Bud White, der zur Erledigung des Auftrags auch mal seine Fäuste oder den Revolver spielen lässt.

Er kann es nicht ertragen, wenn Frauen misshandelt oder geschlagen werden, was auch wichtig für die ganze Geschichte ist.

Russel Crowe spielt absolut überzeugend und könnte den Film auch alleine tragen. Diese Rolle bescherte Crowe größere Aufmerksamkeit in Hollywood. So bekam er die Hauptrolle zu Insider und Gladiator.

Die Umsetzung einer Geschichte
Der Film bietet eine äußerst spannende Kriminalgeschichte im Stil eines klassischen Film-Noir. Man wird von Beginn an in die Story eingebunden, angefangen mit einem an die 50er Jahre erinnernden Werbespot für das Hush-Hush-Magazine. Es folgt eine düstere, wendungsreiche und komplexe Kriminal-Geschichte.


Jack Vincennes muss sich für eine Seite entscheiden
Quelle: Kauf DVD; © 1997 Monarchy Enterprises 
B.V. and Regeny Entertainment (USA)
Die drei Polizisten ermitteln mal alleine, mal gemeinsam an einem Mehrfachmord, in dem einer ihrer Kollegen getötet wurde. Viele Spuren führen zu verschiedenen Personen, in verschiedene Kreise aus Prostitution, Korruption bis in höhere Posten.

Es geht mehr als nur um die Morde. Nach und nach kommen mehr Geheimnisse ans Licht, der Fall birgt größere Ungereimtheiten, die Stadt der Engel zeigt ihre dunklen Seiten. 



Kritik
"L.A. Confidential" könnte man, wenn man wöllte, als gute Mischung aus Filmen wie "The Big Sleep", "Chinatown" und "Lethal Weapon" bezeichnen. Die 50er Jahre werden, durch die Kostüme, Sets und die Austattung passend dargestellt. Die wunderbare Musik von Jerry Goldsmith unterstützt die zeitliche Einordnung.

Der Film bietet spannende Ermittlungen, Polizeiarbeit, aber auch einige blutige Schusswechsel und Schlägereien. Alles dient der Geschichte, nichts wirkt unpassend. Die Action ist spärlich gesät, aber immer spannend inszeniert. Das Ende bietet eine überraschende, aber glaubwürdige Auflösung. Alles wirkt realistisch und wie aus der Zeit stammend.


Bud White fühlt sich von Lynn verstanden, wurde aber von ihr enttäuscht
Quelle: Kauf DVD; © 1997 Monarchy Enterprises 
B.V. and Regeny Entertainment (USA)
Der Regisseur schafft es, ein kompliziertes Drehbuch verständlich und unterhaltsam umzusetzen. Das Drehbuch bietet drei Hauptprotagonisten, viele Nebenrollen und etliche weitere Personen.

Alles wird konsequent, aber verständlich in einen spannenden Krimi verpackt. Eine Leistung, die nicht viele Drehbuchautoren und Regisseure so umsetzen können.

Fazit
Man kann den Film immer wieder sehen, er bleibt dabei jedesmal aufs Neue spannend und mitreißend. "L.A. Confidential" gehört zu den besten Polizeifilmen, ebenso wie zu den besten Kriminalfilmen.

"Die einen gewinnen die Welt, die anderen 'ne Ex-Nutte und ein Ticket nach Arizona."


Bewertung:





Autor: Marcel Hisge

Montag, 24. August 2015

Der Pate - Teil 1

The Godfather (Der Pate)
Lauflänge: 175 Minuten
Produktionsjahr: 1972
Produktionsland: USA
Director: Francis Ford Coppola
Writer: Mario Puzo & Francis Ford Coppola

Don Vito Corleone gespielt von Marlon Brando,
Wunsch von Coppola entgegen der Meinung des Studios

Quelle: Kauf DVD; Copyright: 2004 Paramount Pictures 

"Er machte ihm ein Angebot, was er nicht ablehnen konnte."
"Das ist eine sizilianische Botschaft. Sie bedeutet Luca Brasi schläft jetzt bei den Fischen."

"Ein Mann, der keine Zeit mit seiner Familie verbringt, ist kein richtiger Mann."

"Hör auf zu heulen und sei ein Mann!"
"Ich glaube an Amerika. Ich bin in Amerika reich geworden." 

Ein Mann wacht auf, schaut panisch umher. Ein Pferdekopf liegt im Bett...

Wer kennt nicht die berühmten Zitate und oft parodierten Szenen, vielleicht ohne den Film überhaupt zu kennen.




 
Entstehungsgeschichte

1969 erschien der Roman "The Godfather" von Mario Puzo. Der Roman beschreibt eine sizilianische Mafiafamilie und deren korrupte und illegalen Geschäfte. Er wurde ein großer Erfolg. Das große Hollywoodstudio Paramount steckte in einer finanziellen Krise durch vorher erschienene Misserfolge. Paramount kaufte die Filmrechte des Romans und lies das Drehbuch von Mario Puzo verfassen. Die Wunschkandidaten des Regieposten lehnten ab. Schließlich wurde der junge Francis Ford Coppola mit der Regie beauftragt, der erst drei Filme unter seiner Regie drehte. Eigentlich wollte Coppola nie unter einem so großen Studio arbeiten. Er strebte nach einer unabhängigen Produktion mit seinem eigenen Studio, was er auch eröffnete und kämpfte stetig gegen das vorhandene System in Hollywood an. Er nahm schließlich den Auftrag der Regie für den Paten an. Er wollte das Geld für sein Produktionsstudio nutzen und sah den Film nur als Brücke zu anderen Projekten.

Marlon Brando und Francis Ford Coppola am Set
Quelle: Kauf Blu-Ray; Copyright: Paramount Pictures
Coppola lehnte es ab einen klassischen Gangsterfilm zu drehen. Er  ist selbst italo-amerikanisch und bevorzugte ein über Jahrzehnte ausgedehntes Familienepos zu drehen. Das Studio wollte lieber einen kostengünstigen Film, in der Gegenwart spielend und mit vielen Stars, wie Robert Redford produzieren. Nach einer Einigung schrieb er selbst das Drehbuch um. Früh drehte er Probeszenen mit dem jungen Al Pacino, der damals fast nur Theatererfahrung hatte. Ebenso unter seinen Wunschkandidaten waren James Caan und Robert Duvall. 

Auch Robert de Niro sprach beim Casting vor, wurde aber erst für den 2. Teil genommen, wo er bekanntlich für die Rolle des jungen Vito Corleone einen Oscar als beste  Nebenrolle bekam. Die Szenen bei den Testaufnahmen mit Pacino, Caan und Duvall wurden zwar positiv aufgenommen, aber die Produzenten wollten Pacino nicht für die Rolle des Michael Corleone. Er war zu jung und zu unbekannt. Ebenso wurde Coppolas Wunsch Marlon Brando für die Rolle des Vito Corleone eher kritisch betrachtet. Brando war für seine Unzuverlässigkeit bekannt. Ebenso sein geringes Alter von 47 zu 65 Jahren seiner Filmrolle war ein Gegenargument. Coppola drängte das Studio mit seinen Forderungen und lies nicht locker.

Das Studio einigte sich mit Coppola. Er bekam seine Schauspieler und ebenso ein größeres Budget von 6 Millionen US Dollar statt der eigentliche 2,5 Millionen. Unter Anderem wurde auf Sizilien gedreht.

Am 15. März 1972 kam "The Godfather" in die Kinos und wurde ein großer Erfolg für Coppola und ebenso für Paramount. Das weltweit gesamte Einspielergebnis inkl. Wiederaufführungen beträgt 245 Millionen Dollar. Paramount schaffte es mit diesem Erfolg aus der Krise. Coppola wurde weltweit berühmt und startete seine erfolgreiche Regie-Karriere. Al Pacino wurde zum Star und dies sollte nicht sein letzter Mafiafilm bleiben.

Der Film wurde für drei Oscars ausgezeichnet, als bester Film, bester Hauptdarsteller (Marlon Brando) und bestes adaptiertes Drehbuch. Brando kam nicht zur Veranstaltung und lehnte die Auszeichnung ab.


Handlung und Kritik (kann Spoiler enthalten)

Das vielfach genannte Meisterwerk "The Godfather" zählt zurecht zu den wichtigsten Filme der Filmgeschichte. Der Film wurde vielfach zitiert, parodiert und in anderen Filme genannt. Er diente als Inspiration vieler Filmmacher wie Martin Scorsese (GoodFellas, Casino) und David Chase (The Sopranos).

Der Film beginnt mit einem langen Monolog. Don Vito Corleone wird um einen Gefallen gebeten, am Hochzeitstag seiner Tochter. Das sollte nicht die einzige Bitte an diesem Tag bleiben. Don wird an diesem Tag jeder Bitte zustimmen. In den ersten 25 Minuten ist man Gast bei diesem familiärem Fest und erhält Einblicke in die italienische Familie und auch in die gut organisierte Mafiastruktur.

Eine wichtige Wendung kommt mit dem Anschlag auf Vito. Er traf eine geschäftliche Entscheidung und erfährt jetzt die Konsequenzen dafür. Die drei Söhne müssen handeln um die Familie nicht mit weiteren Anschläge zu gefährden. Gerade Michael, der Sohn, der bisher nie geschäftliche Entscheidungen traf, übernimmt jetzt Verantwortung. Er entscheidet sich für seine Familie, für seinen Vater, und plant einen Racheakt auf den Verantwortlichen Konkurrenten und den korrupten Polizeichef.

Seine Anspannung im Gesicht: 
Michael Corleone kurz vor seinem geplanten Racheakt
Quelle: Kauf DVD; Copyright: 2004 Paramount Pictures 
Die Szene im italienischen Restaurant bietet den ersten großen Höhepunkt. Groß ist die Spannung, da man weiß was passieren wird. Pacino beeindruckt mit seinem starren und angespannten Blick, er muss es tun um die Familie zu beschützen. Die zwei Gegner essen bei dem Gespräch Pasta. Er blickt auf sein Ziel. Steht auf und SCHUSS!


Michaels neue Liebe in Sizilien
Quelle: Kauf DVD; Copyright: 2004 Paramount Pictures 
Michael kann nicht länger in der Stadt bleiben. Er muss fort, in die Heimat seiner Familie, nach Sizilien. Beeindruckend alleine wegen der schönen Landschaft bietet diese Sequenz einen Kontrast zu der ansonsten urbanen Umgebung. Romantisch und natürlich.



Michael erfährt eine neue Liebe, die er nach der Heirat aufgeben muss. Abgeschottet von seiner Familie kann er seinen Verlust nicht vorausahnen. Michael hält nichts mehr in Sizilien. Er kehrt wieder zurück. Man sollte hier ganz genau aufpassen, verpasst man sonst einen großen Zeitsprung von einem Jahr. In der Szene mit Diane Keaton, nach seiner Rückkehr, sagt Michael er wäre seit einem Jahr hier. Ohne diesen Satz würde der Zuschauer davon ausgehen, dass die Szene unmittelbar nach der Abreise aus Sizilien kommt. Aber alleine dieser eine Satz befördert die Szene nun ein Jahr weiter. Was in der Zeit passierte, erfährt man nur indirekt. Michael ist nicht mehr nur ein Familienmitglied. Er ist das Oberhaupt, der Befehlshaber der ganzen Mafiafamilie geworden.

Michael heiratet seine damalige Freundin. Er schickt seinen älteren Bruder nach Vegas. Von all seinen Verrätern und Feinden trennt er sich, lässt sie beseitigen. Im fantastischen Finale findet die Taufe seiner Kinder statt, währenddessen all die Feinde hingerichtet werden, hinterrücks von Ihren Freunden und genau geplant. Musikalisch perfekt untermalt, wechseln die Schauplätze von der Taufe zu den einzelnen Attentate.

Meisterhaftes Schauspiel bietet besonders die Schlussszene. Michaels Frau darf einmalig nach seinen Geschäften und dem Mord an dem Mann seiner Schwester fragen. Michael lügt und verneint die Frage, ob er was damit zu tun hätte. Anschließend wird sie aus dem Raum geführt, sie schaut in den Raum zu Michael zurück. Er winkt ab. Die Tür schließt. Ende. Der Godfather Theme läuft. Gänsehaut...

The Godfather gehört zu meinen liebsten Filmen. Man kann sich die Entstehung des Films unter heutigen Gesichtspunkten so nicht mehr vorstellen. Auch mit dem damaligen Budget von 6 Millionen Dollar lässt sich heute kein Film umsetzten, der so ausgestattet und gedreht wurde wie "The Godfather". Der Film wird einmalig und zeitlos bleiben. Unzählige Filme und Serien, wie z. B. Scarface, GoodFellas, Casino, Heat, The Sopranos und Boardwalk Empire wären wahrscheinlich undenkbar, hätte es "The Godfather" nicht gegeben.

10/10 Filmrollen


Autor: Marcel Hisge

Quelle der Informationen: Wikipedia.org